Anmerkungen zur Transkription

Das Original ist in Fraktur gesetzt.

Im Original durch größere Schrift hervorgehobener Text ist so dargestellt.

Im Original in Antiqua gesetzter Text ist so markiert.

Weitere Anmerkungen zur Transkription finden sicham Ende des Buches.

Interessante Wanderungen
durch
das Sächsische
Ober-Erzgebirge.

Zur
Belehrung und Unterhaltung
herausgegeben.

Signet

Freyberg, 1809.
in Commission bey Craz und Gerlach.


[i]

Kurze Einleitung,

welche die Ursachen der Geringschätzungder Erzgebirgischen Gegendenund die Absicht dieser Schriftangiebt.

Es waren die schönsten, die glücklichsten Tagemeines Lebens, wo ich mit einem Herzen vollUnschuld und Frohsinn, wo ich noch voll seligerRuhe die Berge der theuern Heimath erstieg, aufihren Höhen weilte, durch jene traulich stillenThäler irrte, – wo ich das Erzgebirge durchwanderte.Sie sind nicht mehr, die glücklichenTage! – Wie durch graue Wetter das goldeneAbendgewölk lächelnd dahin schwebt: so lächeltmir rosig die Vergangenheit durch die Risse ewiger[ii]Ungewitter; – ich starre kindisch froh dasliebliche Gebild an, ich sehe sie wieder, die wonneseligenTage meiner Knabenzeit, sehe wiederdie frohen Spiele der Unschuld auf beblümterWiese, – dort steht mit ihrem Schatten diealte, weitästige Buche; dort lehnt sich am bebuschtenHügel der ernste Fels empor, ihn umkletternweidende Ziegen, – dort rinnt im grünenMoose der silberne Quell. O! daß sie leidernicht mehr sind, jene glücklichen Tage! – –

Doch immer denke ich an dich, theures, liebesErzgebirge! Ich fühle mich getröstet, eineneue Sonne geht mir auf. Darum habe ichbeschlossen, dich und deine Schönheiten gefühlvollenNaturfreunden zu schildern, für diese ProvinzSachsens Aufmerksamkeit erregen, die sienicht minder als die Gegend bei Schandauverdient; denn auch hier sind heilende Bäderzu Wolkenstein etc. Vielleicht gelingt es mir,manche lächerliche Meinungen und Sagen vondem obern Erzgebirge, denn auf dieses nur bezieheich mich, zu widerlegen und zu tilgen, dieUnwissenheit in Rücksicht einiger Gegenständedesselben in genauere Kenntniß zu verwandeln[iii]und so Interesse und Beifall für dasselbe zu erwecken.

Es kann überhaupt unter die leidigenSchwächen der Menschen mit gerechnet werden,daß sie am häufigsten immer nur nach dem ganzsinnlich Angenehmen streben und doch jeden etwasbeschwerlichen Weg dahin zu vermeiden suchen,ja bisweilen aus dieser widerstreitenden Ursachesich lieber jedem andern angenehmen Eindrucketrotzig entziehen. Ich halte daher denjenigennicht eben für einen ächten Freund der Natur,welcher nur immer auf duftigem Blumenlager,umschattet von den goldbefruchteten BäumenItaliens, von Nachtigallen zauberisch umflötet,am weichen Ufer des Silberkieselbachs zu ruhenwünscht, dem Sybariten gleich.

Am wenigsten aber kann ich einen Sachsenfür einen Kenner, Verehrer und Freund seinesVaterlandes halten, wenn er von demselben mitkleinlicher Verachtung und Geringschätzungschwatzt, – wenn er nicht sein Vaterland durchreißtoder wenigstens doch aus Schriften kennen...

BU KİTABI OKUMAK İÇİN ÜYE OLUN VEYA GİRİŞ YAPIN!


Sitemize Üyelik ÜCRETSİZDİR!