Anmerkungen zur Transkription

Der vorliegende Text wurde anhand der 1918 erschienenenBuchausgabe so weit wie möglich originalgetreu wiedergegeben.Typographische Fehler wurden stillschweigend korrigiert. Ungewöhnlicheund heute nicht mehr gebräuchliche Schreibweisen sowie Schreibvariantenbleiben gegenüber dem Original unverändert, sofern der Sinn des Textsdadurch nicht beeinträchtigt wird.

Die Buchausgabe wurde in Frakturschrift gesetzt; Passagenin Antiquaschrift werden hier kursivwiedergegeben. Abhängig von der im jeweiligen Lesegerätinstallierten Schriftart können die im Original gesperrt gedrucktenPassagen gesperrt, in serifenloser Schrift, oder aber sowohl serifenlosals auch gesperrt erscheinen.

Felicitas Rose · Das Lyzeumin Birkholz

Verlagssignet

Das Lyzeum in Birkholz

Roman

von

Felicitas Rose

78. bis 85. Tausend

Berlin/Leipzig

Deutsches Verlagshaus Bong & Co.

Alle Rechte, auch das der Übersetzung in andere Sprachen, vorbehalten
Copyright 1918 by Deutsches Verlagshaus Bong & Co., Berlin
Druck der Graphia Akt.-Ges. vorm. C. Grumbach in Leipzig

[S. 1]

Mit Gott! steht auf der ersten Seite des alten Folianten, den ich beimUmzug in Großvaters Kasten fand.

Die wurmstichige Lade brach zusammen, als ungeschickte Packerhände siehoben und stießen, das Buch, dick und groß wie eine Dorfbibel, fielheraus und polterte vor meine Füße.

Gelbe, leere Seiten, soweit ich auch blätterte. Stockfleckig und rauh.Aber auf der ersten Seite mein Name. Mit Gott, Erne Sörensen!

Das ist ein guter Zuruf für die neue Stadt, die neue Wohnung und dasneue Amt.

Buch und Lade müssen dem Großvater gehört haben, dem Schulmeister mitden fünfzehn Kindern. Denn er ist der einzige Erne Sörensen in derlangen Reihe der Jens Sörensen. Und nach ihm hat man mich benannt.

Ich sollte werden wie er, ein bodenständiger Mann, kein Grübler undSpintisierer wie Vater.

Vielleicht wollte der Ahn das Leben seiner fünfzehn Kinder auf denleeren Seiten des Folianten buchen, aber die Müdigkeit nach all demheißen Ringen ums liebe Brot hat ihm die Feder aus der Hand gewunden.

Soll ich sie aufnehmen?

[S. 2]

Es klingt so ermunternd: Mit Gott, Erne Sörensen!

Zwei Tagebücher wies meine Bücherei auf, ein altes und ein neueres. Dasneuere zeigte meine eignen Schriftzüge. Ich hab’s verbrannt. — Unddoch wäre ich jetzt so weit, es ganz objektiv zu betrachten.

Die Zeit und die Selbstzucht haben mich über all das Schwere, das inden Blättern eingesargt lag, hinausgehoben. —

Das alte Tagebuch von der streitbaren Großmutter Sörensen, zweimalverwittibten Lorns und Sebus, geborenen Witt, ist aber gut zu lesen. Eshat mir über manche garstige, vergiftete Stunde hinausgeholfen. MeinenDank, Großmutter Gesine!

Wenn ich darin lese, stehen alle meine Vorfahren und Verwandten festumrissen vor mir. Die einfache Großmutter hat Familiengeschichtestudiert, wie nochmal ein Professor. Und bei der verbürgten strengenWahrhaftigkeit ihres Wesens hat sie wohl alle gut g

...

BU KİTABI OKUMAK İÇİN ÜYE OLUN VEYA GİRİŞ YAPIN!


Sitemize Üyelik ÜCRETSİZDİR!